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Spielbericht
Black Marlins Kleinfeldmasters
Wien

Papst oder Kirche
fragte der Schiri nach dem Münzwurf, doch keineswegs harmlos und christlich unser erster Gegner: Realphaville, der spätere Finalist, in eleganten schwarzen Dressen, ließ von Beginn an keine Grabesstimmung aufkommen. nach zwei guten Chancen unsererseits, ließ sich die alte Fussballweisheit, dass man Tore, die man nicht schießt, selber bekommt, auch von uns nicht abwenden und wir verloren diese erste Partie mit 0:1. Gute Defensivleistung, aber das gegnerische Tor durften wir meist nur aus der Ferne betrachten.

Um vor der nächsten Partie der gnadenlosen Mittagssonne zu entkommen, suchten wir uns ein lauschiges Plätzchen im Schatten, stärkten uns mit isotonischen Getränken und hochmotiviert ging es eine halbe Stunde später in die nächste Partie.
Der Gegner: Hauer Kopal, in schwarz rot gestreiften Dressen. Der Großteil der Mannschaft wäre durch seine Größe vermutlich für den Basketballsport besser geeignet gewesen. Spiel auf ein Tor, aber im Abschluss taten sich die ersten Schwächen bei uns auf. Fazit nach dem 0:0, zwei verlorene Punkte.

Die nächste Partie stand uns 10min später ins Haus, somit wenig Zeit zum Grübeln über die vergebenen Chancen:
Der Gegner: Lainz United, dürfte sich um eine Krankenhaus-Mannschaft gehandelt haben, da sie auch mit zwei Blondinen bestückt waren. Siegessicher, durch die vermeintlich schwache Defensivachse der Gegner, rannten wir auf ein Tor. Die parallele zum Match gegen den Milan-Ableger war unverkennbar. Gute Chancen, kein Tor. 0:0, wieder zwei verschenkte Punkte.

Vor der vierten Partie: die Stimmung keinesfalls betrübt, wie nach 3 Spielen ohne Punkt und Tor (bei nur einem Gegentreffer, sei vermerkt!) angenommen werden hätte können, stattdessen Besinnen auf die noch zu wenig zum Vorschein gekommenen Stärken, die sich schon längst herauskristallisiert hatten: das psychisch-charakterliche Moment: kein Streit, keine Unsportlichkeiten, keine Resignation, dafür Teamgeist und Optimismus. Minimalismus nicht als graues Konzept, sondern als in der Praxis gereifte Spielanlage. Ein Riegel von einer Abwehr, bestückt mit einem Riegel von einem zentralen Verteidiger, von König mitgebracht und Ludwig geheißen; wenn er nicht gerade im Gerichtssaal seine Pflicht tut, boxt er; überhaupt wirkt er ziemlich fit: Zwischen den Spielen entspannte er sich mit Klimmzügen.
Auf dem Platz fair, vollkommen kompromisslos, mit kleinem Aktionsradius, aber in seinem Revier, das er so gut wie nie verließ, brannte nichts an. eine Vorwegnahme, weil's zum Thema passt:
Wir kassierten nur noch 1 Tor aus dem laufendem Spiel, das andere (und dritte insgesamt) fiel durch einen Freistoß, so knallhart, dass ihn selbst ein Ducho in erneuter Hochform und trotz Sonne im Rücken nicht zu halten vermochte. Ducho also wieder im Tor? Er musste kurzfristig für Dangl einspringen, der verhindert war, weil seinem Bruder urplötzlich einfiel, heiraten zu müssen - Dangl disponierte um und schaffte es wenigstens noch rechtzeitig zum Polterabend; angesichts unserer bereits erwähnten Defensivstärke wog der Verzicht nicht ganz so schwer.
Wir haben wohl die wenigsten Türln aller Mannschaften kassiert (leider noch immer nicht bestätigt, weil die Veranstalter-Homepage auf Stand Juni 04 festgefroren ist) und im Vollbesitz meiner mentalen Kräfte behaupte ich, sogar der Turniersieg wäre drin gewesen, aber dafür war unsere einzige Schwäche zu eklatant: unschwer zu erraten, es wurmte im Angriff.

Dem Verfasser dieser Zeilen blieb es vorbehalten, den Torbann zu brechen: Spiel 4, die Gegner, die von allen, auch den nüchternsten, doppelt gesehen wurden (sie bestritten 14 Partien an diesem Hundstag, und das völlig freiwillig ? immerhin hatten sie 2 Wechselspieler), wurden mit 1:0 besiegt, ein Kreuzeck-Weitschuss auf Aufforderung: 'Ziag oo', lautete sie, und wurde prompt befolgt. Geschrien hatte sie der fraglos der beste Mann der SGF, wenn nicht unserer Gruppe, wenn nicht des Bewerbs: Ali Andorfer, Spielertrainerstratege. Und war er nicht der Beste, dann der Fleißigste: machte alle 7 Spiele mit, mit letztem Einsatz bei feinst geführter Klinge, links wie rechts, vorne wie hinten (schade, dass Franz B. nicht zugegen sein konnte). Wegen eines Adduktorenleidens ließ er im Frühsommer etliche Montagstrainings aus, die Pause tat ihm offenbar gut, er fand nicht schnell wieder zu alter Form, sondern übertraf sie.
Das kam in der nächsten Partie gegen die stark einzuschätzenden Jungspunde namens Recreativo besonders zur Geltung: technisch ausgefuchsten quirligen Teams begegnet man am besten mit dem oben erwähnten Sondertyp von Minimalismus: aus ungefähr 4 Chancen genau 3 Tore, davon durfte eines der Gegner erzielen, oder besser: wurde dazu genötigt, so zwingend unser Angriff.
Endstand 3:1, unerwartet zwar, aber im Rückblick gesehen auf bestechende Weise vorgeführt. Stürmerstar Lechenbauer scorte, wie's nur er kann und das dritte SGF-Tor steuerte Weislav bei.
Langsam schlich sich Müdigkeit in unsere Beine ein, die lange Pause vor dem 6. Match half uns nicht, den in farbenfrohe Zielpunktsackerldressen gehüllten Gegner zu biegen.
Knapper als die Kräfteverhältnisse am Platz tatsächlich waren, fiel das Ergebnis aus, 0:1, durch den schon angeschriebenen unhaltbaren Freistoß. Schade, der 3.Tabellenplatz war durchaus in Reichweite, wurde aber nicht im letzten Gruppenspiel abgegeben, sondern in den beiden 0:0s der Partien 2 und 3.

Volle Konzentration auf das Match um Platz 7: unsere sich breit machende Siegessicherheit war gerechtfertigt, denn der Gegner war die Schizotruppe, die das doppelte Turnierpensum bestritten hatte und dementsprechend aufhumpelte: zum ausgezählt werden erschöpft und mit 7 Spielen mehr in den Knochen waren sie zu keinem ernstzunehmenden Angriff mehr fähig; wir, selbst stehend KO, schafften wir wenigstens einen und Lechenbauer erzielte daraus das einzige Tor. Bedeutete: 7. Turnierplatz und rundum Zufriedenheit, das den vergebenen Chancen geltende Tränchen in den Augen nicht mit eingerechnet. rl/wl


Black Marlins Kleinfeldmasters

Realphaville - SG Funkenflug 1:0
Hauer Kopal - SG Funkenflug 0:0
SG Funkenflug - Lainz United 0:0
FSV 03 Team 1 - SG Funkenflug 0:1
SG Funkenflug - Recreativo 3:1
SG Funkenflug - Black Bull 0:1

Wien, 08.08.2004
Kleinfeld

Tore: Lechenbauer 2, Liska, Weislav
Aufstellung: A.Andorfer, Ducho, König, Lechenbauer, Liska, Majer, Walter, Weber, Weislav

Mannschaftsfoto   ::    Fotos