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Spielbericht
Copa Danubio 2016
Wien, 04.06.2016
Stadion Hohe Warte 

Mit der Penya Barcelonista de Viena "Udo Steinberg" verbindet uns ja schon länger eine freundschaftliche Rivalität. Zwei Funkenflieger sind auch Mitglieder bei diesem offiziellen Fanclub des FC Barcelona. Zwei Partien wurden bisher gespielt, beide Male Großfeldspiele über 2 x 45 Minuten. Ein Sieg und eine Niederlage lautete die bisherige Bilanz. Für dieses Jahr war schon eine dritte Partie ins Auge gefasst, da kam die Einladung der Penya zur erstmals veranstalteten Copa Danubio. Ein Kleinfeldturnier mit 8 Teams, bei dem die SGF natürlich nicht fehlen durfte.

Gleich vorweg ein Lob an die Veranstalter für eine gelungene Organisation des Turniers. Der Kunstrasenplatz auf der Hohen Warte in erwartbarem Topzustand, ausreichend Wasservorräte für jedes Team und kleine Details, wie einen Coachingstreifen zwischen den 2 Spielfeldern und aufgeklebte Sechzehner, ließen keine Wünsche offen.

Entgegen funkenfliegenden Gewohnheiten, waren (fast) alle pünktlich um 13 Uhr vor Ort, ausreichend Zeit also für Einweisungen, Aufwärmen, taktische Vorbesprechungen und kurze Spionagetätigkeiten bei den ersten Gegnern. Der allererste war der SV Atemnot, der sogleich als guter Erstrundengegner erkannt wurde, fussballerisch sicher eine Klasse unter der SGF anzusiedeln.
Taktisch wurde von uns eine 2-3-1 Variante gewählt, Garcia im Tor, Weber und Kerschbaum in der Verteidigung, Berthoty, Marik und Novakovic im Mittelfeld und die gewohnte Solospitze Hiergeist. Lechenbauer und Keiler fanden sich in Spiel 1 als Ersatzspieler ein.
Wie zu erwarten, machten wir das Spiel, taten uns aber wieder einmal schwer, die Feldüberlegenheit in Tore umzumünzen. Ein Kopfballtreffer von Hiergeist nach Ecke durch Marik brachte uns aber doch die Führung und die Sicherheit, dieses Spiel erfolgreich zu Ende zu bringen.
Eigentlich sollte so ein Auftaktsieg die nötige Ruhe und Selbstsicherheit geben, eine SGF-Krankheit ist es aber wohl, stark wirkenden Gegnern unnötig viel Respekt (im Sinne von Einschüchterung) entgegenzubringen. So geschehen gegen den zweiten Gegner, Vienna Voltage, der gute Einzelspieler hatte aber kein Team war. Technik alleine gewinnt halt noch kein Spiel.
Folgerichtig eine etwas defensivere Aufstellung mit 3-2-1, die sich bald als obsolet herausstellte. Wir standen kompakt und spielten gut nach vorne, die Taktik nahm allmählich wieder eine 2-3-1-Variante an. Wir führten schnell 1:0 durch einen Siebenmeter von Berthoty. Hiergeist war nach einem schönen Pass in die Tiefe vom gegnerischen Goalie gelegt worden. Blaue Karte und damit eine 5 Minuten Sperre.
Feldvorteile hatten wir schon vorher, die Überzahl verstärkte das aber noch und wenig später netzte Berthoty zum 2:0 ein. Wieder vollzählig spielte Voltage dann auf Druck und nach einigen missglückten Abwehrversuchen, erzielten sie noch den Anschlusstreffer. Mehr aber nicht mehr, dank gutem Stellungsspiel und Abwehrverhalten der SGF.
Weber monierte schon während des Matches oben genannten Respekt (klang am Feld eher nach "Hoschenscheisserei"...) und sollte Recht behalten. Auf die eigenen Stärken vertrauen, in unserem Fall System, Kompaktheit und gewisse fussballerische Qualitäten, und man kann sein eigenes Spiel durchziehen und muss sich nicht dem Gegner anpassen oder gar schon prophylaktisch vor ihm in die Knie gehen.

Spiel 3 also mit mehr Selbstbewusstsein und dem Wissen ein Unentschieden reicht für den Gruppensieg. Gegner war Projekt Prosa, eine Mannschaft aus jungen, vorwiegend afrikanischen Flüchtlingen, die körperlich stark und ballesterisch versiert waren aber ebenso die mannschaftliche Geschlossenheit etwas vermissen ließen. Nichtsdestotrotz erzielten sie die Führung nach einem schönen Schuss ins lange Eck. Garcia ohne Chance. Dann die Schrecksekunde des Turniers, Hiergeist prallte mit dem Goalie zusammen, der fiel schmerzverzerrt auf den Rasen. Verdacht auf eine auskegelte Schulter. Dank der erstklassigen Organisation stand gleich eine (fast fertige) Medizinstudentin parat, um die Erstversorgung durchzuführen und die Schulter zu stabilisieren. Spielunterbrechung für fast 30 Minuten, bis der Verletzte fachgerecht von der Rettung abgeholt wurde. Die gute Nachricht gleich vorweg. Der Mann kam am Ende des Turniers mit eingekegelter Schulter wieder aus dem KH zurück.
Nach Wiederanpfiff war die Luft naturgemäß etwas draußen. Ein schöner Spielzug über die rechte Seite, Marik schickte Weber, der mit einem satten Schuss ins lange Eck den Ausgleich besorgte, brachte uns das Remis und damit den Gruppensieg. Prosa folgte uns mit diesem Unentschieden ins Halbfinale.

In Gruppe B setzte sich derweil der Veranstalter als Danubio Blaugrana auf Platz 1 durch, Platz 2 sicherte sich der FC Pils der damit zu unserem Halbfinalgegner wurde.
Diese rumänische Truppe war quasi eine Zukunftsvision der SGF. Eine Mischung aus 50+ Spielern mit zwei etwas jüngeren Akteuren und einem jungen Tormann (geschätzt Anfang 30). Abgebrühte Ex-Vereinskicker, die ihre doch schon nachlassende Schnelligkeit mit gutem Stellungsspiel und auch Körpereinsatz kompensierten. Vorne im Sturm ein Alleinunterhalter, der immer wieder in die Tiefe geschickt wurde oder selber den Abschluss, teilweise aus (zu) großer Entfernung, suchte. Weber hatte diesen aber immer wieder im Griff und ließ ihn nicht wirklich zur Geltung kommen.
Das Match war temporeich und sehr ausgeglichen. Hiergeist besorgte die Führung für die SGF, nach einem schönen Freistoßlupfer über die Abwehr durch Marik, die Rumänen konnten ausgleichen, wir fighteten weiter und Novakovic besorgte das 2:1. Schön durch die Mitte durchgesetzt und platziert abgeschlossen. Jetzt rannten die Pilser an und versuchten immer wieder mit Ihrer Solospitze aus unmöglichsten Winkeln und Distanzen den Ausgleich zu erzielen. Körperlich sehr robust und gewillt, das Spiel nicht aufzugeben, versuchte selbige alles und wurde belohnt. Marik und Kerschbaum bekamen keinen Zugriff und mit der letzten Aktion des Spiels überwand der Sturmtank Garcia. 2:2 - Siebenmeterschießen. Für die SGF natürlich ein Dämpfer. Der sicher geglaubte Sieg dahin und an die Lotterie Siebenmeter hatten wir nicht die allerbesten Erinnerungen aus vergangenen Turnieren.
Aber an diesem Tag waren wir einfach sehr konzentriert und selbstbewusst und Fortuna trug ein blaues Trikot mit orangem Stern auf der Brust. Berthoty, Marik, Kerschbaum, Lechenbauer, Weber trafen alle souverän, der Gegner allerdings auch. Die Nervenschlacht ging in die KO-Phase. Novakovic dürfte davon nichts mitbekommen haben, als 6. Schütze traf er cool und bereitete Garcia die Bühne. Der 6. Mann vom FC Pils platzierte einen wuchtigen Schuss halbhoch in die rechte Ecke, Garcia tauchte ab und faustete den Ball aus der Ecke. Sieg, Finale und der garantierte Heldenstatus für Miguel "Panther" Garcia!
Damit stand dem Traumfinale, Danubio Blaugrana gegen SG Funkenflug nichts mehr im Weg. Die Veranstalter eliminierten Projekt Prosa mit 2:1 im Semifinale.
Finale also und wieder taten wir gut daran, uns auf unsere Stärken zu besinnen und keine Änderungen in unserer Spielweise vorzunehmen. Die Blaugrana war erwartungsgemäß der stärkste Gegner des Tages, wir Azulnaranjas aber auch keine Badkicker und so entwickelte sich das beste Spiel des gesamten Turniers. Nach einer schnell vorgetragenen Aktion über Berthoty, Marik und Hiergeist wurde letzterer wieder mal im Straufraum vom Goalie gefoult. Berthoty gewohnt souverän vom Punkt zur 1:0 Führung. Danubio spielte schnell und direkt und wir mussten hart arbeiten und verteidigen, taten dies und konnten so die Angriffe spätestens vor dem Sechzehner stoppen. Etwas einfallslose Weitschüsse waren die Folge, die nie wirklich Gefahr für Garcias Tor darstellten.
Aus dieser kompakten Stellung heraus gelangen uns immer wieder gute Konter bzw., trotz hohen Pressing des Gegners, Angriffe aus einem geordneten Aufbaupiel heraus. Einer dieser Angriffe führte dann auch zum nächsten Torerfolg. Marik reagierte nach einem Abpraller am schnellsten und schoß zum 2:0 ein. Nun war allerdings Danubio am Drücker und setzte alles daran, das Heimturnier doch noch zu gewinnen. Wieder eine zu zaghafte Abwehr am Sechzehner unsererseits ermöglichte den Anschlusstreffer, ein wuchtiger Schuss durch Freund und Feind. Jetzt rochen die Barcelonistas Lunte, die SGF hatte aber die Hosenscheisserei, wie schon erwähnt, bereits in der Gruppenphase abgelegt und stand weiterhin gut organisiert und behielt die Nerven und die Übersicht. Durch die Abwehr zu kombinieren, gelang dem Gegner kein einziges Mal. Die Angriffe wurden zunehmend hektischer, Weitschüsse aus suboptimalen Lagen häufiger. Entlastungsangriffe fanden zwar auf unserer Seite nicht mehr statt, das Bollwerk der letzten drei Minuten jedoch hielt und der Turniersieg war in trockenen Tüchern!

Fazit: Eine der besten Leistungen der SG Funkenflug in ihrer Geschichte, möchte ich mal unbescheiden behaupten. Das Niveau des Turniers war sicher eine Klasse besser als zum Beispiel bei unseren zwei Erfolgen bei den Rosaroten Sommerspielen. Die gesamte Mannschaft war sehr motiviert, fokussiert und taktisch diszipliniert, spielte aus einer kompakten Grundformation gute Aktionen und ließ defensiv nicht viel zu. Einzig die wieder einmal etwas mangelnde Chancenauswertung muss kritisch erwähnt werden, aber völlig konträr zu manch anderen Partien oder Turnieren gewannen wir die Spiele trotzdem (oder spielten remis) und behielten auch im Siebenmeter-Schießen die Nerven.
Ein netter Aspekt noch die Einladung durch den FC Pils zu ihrem Turnier in Rumänien Anfang Juli jedes Jahres. Für heuer leider schon zu spät, aber diese Option sollten wir uns für nächstes Jahr auf jeden Fall offenhalten.

Die Spieler in der Einzelkritik:
Weber in der Verteidigung bärenstark, der seine Gegenspieler immer in Schach halten konnte, vor allem im Halbfinale glänzend aufgelegt. Schönes Ausgleichstor im letzten Gruppenspiel zum Gruppensieg.
Kerschbaum im ersten Spiel noch mit einigen Offensivaktionen, vorallem direkten Pässen in die Tiefe auf Hiergeist, danach auf die Defensive beschränkt, da aber unaufgeregt.
Marik machte immer wieder mit wichtigen Wegen nach hinten und guten defensiven Aktionen Angriffe des Gegners zunichte. Offensiv sehr spielfreudig und umsichtig. Wichtiges 2:0 im Finale, das uns Ruhe ins Spiel brachte.
Hiergeist wie immer unermüdlich rackernd und mit einigen schönen Direktabnahmen, die nicht immer erfolgreich ausfielen aber für ständige Unruhe in den gegnerischen Strafräumen sorgten.
Lechenbauer mit einer soliden Leistung im Mittelfeld, gute und wichtige Defensivarbeit, wenn es notwendig wurde.
Novakovic wusste offensiv zu überzeugen, stand manchmal vielleicht zu weit an den Flügeln, war aber immer anspielbar und sehr aktiv.
Garcia im Tor der ruhende Pol mit guten Ausschüssen in die Spitze und defensiv stets hellwach und damit Anspieloption für die Verteidigung. Außerdem Held des Tages durch den gehaltenen 6. Siebenmeter im Halbfinale!
Keiler mit einigen Kurzauftritten, um dem Stamm Verschnaufpausen zu verschaffen. Die Art der Unterstützung hatte auch ihren nicht unwesentlichen Anteil am Turniersieg.
Herausragend sicher Berthoty. Bester Spieler am Platz (des Turniers). Trotz ausdrücklicher Anweisung des Kapitäns, am Vortag bald ins Bett zu gehen, bis 4 Uhr früh unterwegs, spielte er sich den Kater im ersten Spiel weg und war ab dann Antreiber, Passgeber und Vollstrecker in einer Person. Ex-aequo-Torschützenkönig mit 2 anderen Spielern.nk

Die Statistik:

Gruppe A

Projekt Prosa - Vienna Voltage
0:0
SV Atemnot - SG Funkenflug
0:1
Projekt Prosa - SV Atemnot
3:0
Vienna Voltage - SG Funkenflug
1:2
Vienna Voltage - SV Atemnot
0:2
SG Funkenflug - Projekt Prosa 1:1

1.
SG Funkenflug
4:2
7
2.
Projekt Prosa
5:4
5
3.
SV Atemnot
3:2
4
4. Vienna Voltage
1:4
1
Gruppe B

Danubio Blaugrana - FC Pils
1:1
Wolfs Weindepot - Lokomotive Ballhausplatz
4:3
Danubio Blaugrana - Wolfs Weindepot
1:0
FC Pils - Lokomotive Ballhausplatz
1:0
FC Pils - Wolfs Weindepot
0:0
Lokomotive Ballhausplatz - Danubio Blaugrana
0:2

1.
Danubio Blaugrana
4:1
7
2.
FC Pils
5:2
5
3.
Wolfs Weindepot
4:4
4
4.
Lokomotive Ballhausplatz
3:7
0


Halbfinale 1: SG Funkenflug - FC Pils
8:7 n.7m (2:2)
Halbfinale 2: Danubio Blaugrana - Projekt Prosa
2:1
Spiel um Platz 3: Projekt Prosa - FC Pils
6:5 n.7m (1:1)
FINALE: Danubio Blaugrana - SG Funkenflug
1:2
1. SG Funkenflug
2. Danubio Blaugrana
3. Projekt Prosa
4. FC Pils

Kleinfeldturnier, 6+1 Spieler, 1x15 Minuten
5 Spiele: 3 Siege, 2 Unentschieden, Torverhältnis: 8:5

Tore: Berthoty 3 (ex aequo TSK mit 2 weiteren Spielern), Hiergeist 2, Marik, Novakovic, Weber
Aufstellung: Berthoty, Garcia, Hiergeist, Keiler, Kerschbaum (C), Lechenbauer, Marik, Novakovic, Weber

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